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Warum sollte ich mich zur Geburt begleiten lassen?
Was für einen Sinn macht das?

Die Geburtsbegleitung ist keine „Mode“ oder verrückte Idee, sie entsteht aus der immer häufiger auftretenden Situation von Frauen, die im Geburtsverlauf emotionall allein gelassen werden. Dies geschieht im Klinikalltag und ist nicht den Hebammen anzulasten, sondern ergibt sich aus mehreren Faktoren.

Hebammen müssen nicht selten mehrere Geburten zeitgleich leiten. Somit bleibt bei detaillierter Dokumentationspflicht, Schichtwechsel und großer Verwantwortung für die Geburt oft die emotionalle Betreuung der Gebärenden leider auf der Strecke. Da es keine Beleghebammen in unserem Umkreis gibt, entscheidet sich erst im Kreissaal der Klinik mit welcher Hebamme die Geburt stattfinden könnte, sofern kein Schichtwechsel dazwischen kommt... Dies ist in keinster Weise eine böse Absicht der Hebammen und sollte ihnen auch nicht so ausgelegt werden - es ergibt sich aus unserem System.

Einst haben die Frauen in der Familie sich gegenseitig bei der Geburt und im Wochenbett unterstützt. Die Hebamme war als medizinische Leitung dabei. Durch die Verlagerung der Geburt in Krankenhäuser hat sich einiges geändert. Natürlich auch durch die immer größere räumliche Distanz in Familie und Freundeskreis. Oft ist es aber auch hilfreich eine völlig neutrale Person an seiner Seite zu haben, die sich ganz und gar auf Sie einstellt und nur Sie und Ihren Partner unterstützt.

In der heutigen Zeit bestimmen immer mehr technische Machbarkeit und der Klinikalltag den Ablauf einer Geburt. Die technische Machbarkeit ist auch ein Glück! Denn manchmal ist die medizinische Hilfe nötig, sehr wichtig und gut!

Dennoch:
„Wie in wissenschaftlichen Einzel- und Metastudien seit den 80er Jahren immer wieder nachgewiesen wurde, ist die Begleitung durch eine Doula eine hochwirksames Mittel um Schmerzen zu reduzieren, die Geburt zu verkürzen, den Einsatz operativer Maßnahmen, wie Saugglocke, Zange oder Kaiserschnitt zu verringern, die Zufriedenheit der Frau mit ihrem Geburtserlebnis zu steigern und das emotionale Band zum Kind zu stärken und eine längeren Stillzeit zu fördern.“
Quelle: John H. Kennell (amerikanischer Kinderarzt und Autor)

Manchmal ist es auch ein Vorteil eine Geburtsbegleiterin an seiner Seite zu wissen, wenn eine vorausgehende Geburt bereits als schwierig oder gar traumatisierend erlebt wurde bspw. nach einem Kaiserschnitt. Denn Sorgen und Ängste kommen meist aus der Vergangenheit und wir projizieren sie auf die Zukunft. Eine mögliche Auswirkung der heutigen Schwangerschaftsvorsorge sind immer häufiger auftretende Verunsicherungen bis hin zu Angstzuständen, unter denen schwangere Frauen leiden.

Sehr groß ist die Bedeutung der Selbstfürsorge. Denn körperliches und seelisches Wohlbefinden der schwangeren Frau ist die beste Grundlage für eine gesunde Entwicklung des Kindes.